Lohngleichheit – so geht es

Newsletter Nr. 2 – September 2012

www.equality-lohn.ch

 

Wussten Sie, dass....
In der Schweiz haben 2011 Frauen 18,4 % weniger verdient als Männer.

Das Wort übernimmt
Patric Aeberhard, Leiter Fachbereich Arbeit beim Eidgenössischen Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann

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a) Aktuelle Nachrichten
Schaffung einer unabhängigen Kommission zur Verwirklichung der Lohngleichheit

b) Nachrichten der vom Bund unterstützten Projekte
- equal-salary: Der Lutherische Weltbund (LWB) für die Lohngleichheit
- Lohngleichheitsdialog: Die Bank Coop und die SEV treten dem Lohngleichheitsdialog bei
- Logib: Lohngleichheits-Selbsttest: Tendenz steigend

Good Practices
Das Mentoring ist ein probates Mittel, um sich die Unterstützung erfahrener Personen zunutze zu machen.

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Wussten Sie, dass....

... 2 Monate und 1 Woche !

In der Schweiz haben 2011 Frauen 18,4 % weniger verdient als Männer. Sie mussten bis zum 7. März 2012 arbeiten, um auf den Lohn zu kommen, den ein Mann bereits am 31. Dezember 2011 erreichte. Daher fand am 7. März 2012 der Equal Pay Day statt. Mehr zum Thema

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Das Wort übernimmt

Patric Aeberhard, Leiter Fachbereich Arbeit beim Eidgenössischen Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann

In jeder Ausgabe geben wir einer Akteurin oder einem Akteur in Sachen Lohngleichheit das Wort. In dieser Ausgabe gibt uns Herr Aeberhard mehr Informationen zu LOGIB.

Das Instrument des Selbsttests zur Prüfung der Lohngleichheit zwischen Männern und Frauen wird immer häufiger angewandt. Laut dem Eidgenössischen Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann (EGB) wurde 2011 LOGIB 4900mal heruntergeladen, das ist 1200mal mehr als im Vorjahr.

Herr Aeberhard, die Benutzung vom Selbsttest Instrument Logib wurde kürzlich vereinfacht. Können Sie uns mehr darüber sagen?
Logib wurde 2004 im Auftrag des Eidgenössischen Büros für die Gleichstellung von Frau und Mann EBG entwickelt. Es ist ein einfacher Selbsttest, mit welchem die Unternehmen überprüfen können, ob sie die Lohngleichheit zwischen Frau und Mann gewährleisten.
Eine Anforderung an Logib ist eine einfache Anwendung. Kürzlich hat das EBG eine neue Anleitung veröffentlicht, welche die Anwendung noch einfacher macht. Auf der Internetseite www.Logib-schritt-fuer-schritt.ch wird jeder Schritt anschaulich erklärt: der Download von Logib, die Bereitstellung der Daten, der Start von Logib, die Durchführung der Auswertung und die Interpretation der Auswertung. Die Anleitung ist in Deutsch, Französisch, Italienisch und Englisch verfügbar.

Wie wird Logib eingesetzt?
Logib ist gratis, sicher und einfach anzuwenden. Schon heute wird das Instrument sehr vielfältig eingesetzt.
Eine grosse Anzahl von Unternehmen und Organisationen setzen das Instrument regelmässig ein, um die Löhne ihrer Angestellten auf Lohngleichheit zu prüfen. Die Unternehmen, welche im Lohngleichheitsdialog teilnehmen, setzen Logib für die Standortbeurteilung ein. Ein anderer Bereich ist das öffentliche Beschaffungswesen. Der Bund vergibt nur Aufträge an Unternehmen, welche den Grundsatz der Lohngleichheit respektieren. Um bei den Kontrollen nicht auf Überraschungen zu stossen, können die Löhne mit dem Selbsttest einfach überprüft werden.

“Gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit“ ist übrigens kein ‚nice to have‘. Dieser Grundsatz ist in der Bundesverfassung in Artikel 8 festgehalten und im Gleichstellungsgesetz wird Lohndiskriminierung ausdrücklich verboten. Der Bund vergibt auch keine Aufträge an Unternehmen, welche diesen Grundsatz nicht einhalten. Auch das ist in einem Gesetz festgehalten.

Wissen wir, was Betriebe tun, einmal die Analyse gemacht? Gibt es ein Feedback auf die Massnahmen? Nehmen Sie Kontakt mit diesen Unternehmen auf?
Die Nutzung von Logib ist anonym und es findet kein Datenaustausch mit dem Eidgenössischen Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann EBG oder anderen Bundesstellen statt. Das EBG steht jedoch für Rückfragen zur Verfügung. Für die Interpretation der Ergebnisse kann auch eine Expertin oder ein Experte für Lohngleichheit hinzugezogen werden. Auf der Website des EBG sind die Dossiers der Expertinnen und Experten Lohngleichheit aufgeführt.

Wissen wir, ob einige am Lohngleichheitsdialog mitmachen?
Am Lohngleichheitsdialog nehmen Ende August 2012 28 Unternehmen teil. Das ist nur ein kleiner Bruchteil von den Unternehmen, welche Logib anwenden. Von den 4‘900 Downloads machen die 28 Unternehmen, welche am Lohngleichheitsdialog teilnehmen, nur einen sehr kleinen Teil aus.

Ist das Instrument zuverlässig?
Logib wird in vielen Bereichen und sogar in anderen Ländern eingesetzt. Das Instrument und dessen Modell wurde beispielsweise vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend in Deutschland und vom Ministère de l’Égalité des Chances von Luxembourg übernommen. Die Europäische Kommission führt Logib als ‚good practice‘ zur Analyse der Vergütungssysteme und zur Erkennung des geschlechtsspezifischen Lohngefälles in Unternehmen auf.
Das EBG entwickelt und kontrolliert Logib ständig weiter. Kürzlich wurde eine Evaluation der Kontrollen im öffentlichen Beschaffungswesen zur Überprüfung der Lohngleichheit zwischen Frau und Mann durchgeführt. Diese beurteilt die verwendeten Methode, die identisch mit der von Logib ist, als qualitativ und zielführend.
Das EBG überprüft regelmässig, ob die Methode von Logib den hohen Anforderungen genügt und nimmt allfällige Anpassungen vor. Neben diesen methodischen Fragen versucht das EBG die Benutzung von Logib weiter zu vereinfachen. Die neue Online-Anleitung logib-schritt-für-schritt.ch ist ein solches Beispiel. Auch berücksichtig das EBG die Rückmeldung von Anwenderinnen und Anwender, um Logib weiter zu verbessern.

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a) Aktuelle Nachrichten

Schaffung einer unabhängigen Kommission zur Verwirklichung der Lohngleichheit
Die Kommission für Wirtschaft und Abgaben des Nationalrats hat am 23. Mai 2012 eine für die Herstellung der Lohngleichheit zwischen Mann und Frau sehr wichtige Entscheidung getroffen. Sie billigte eine parlamentarische Initiative zur Einsetzung einer unabhängigen Kommission zur Verwirklichung der Lohngleichheit zwischen Mann und Frau, die mit Untersuchungs- und Interventionskompetenzen ausgestattet ist. Mehr

b) Nachrichten aus den vom Bund unterstützten Projekte

1. equal salary
Der Lutherische Weltbund (LWB) für die Lohngleichheit
Am 8. März wurde in Genf dem Lutherischen Weltbund (LWB) das Label equal-salary verliehen. Diese Anerkennung ist die Krönung eines langjähriges Engagements in Sachen Gleichstellung. Mehr

2. Lohngleichheitsdialog
Die Bank Coop und die SEV treten dem Lohngleichheitsdialog bei
Nachdem sie 2011 mit dem »Chancengleichheitspreis beider Basel« ausgezeichnet wurde, hat die Bank Coop beschlossen, das Preisgeld dem Lohngleichheitsdialog zur Verfügung zu stellen. Die Gewerkschaft des Verkehrspersonals (SEV) nimmt seit dem Frühjahr dieses Jahres ebenfalls am Dialog teil. Mehr

3. Logib
Lohngleichheits-Selbsttest: Tendenz steigend
Mehr Informationen zu diesem Thema finden Sie im obenstehenden Interview von Herr Aeberhard.

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Good Practices

Mentoring

Sie möchten Ihre berufliche Karriere selbst in die Hand nehmen, vor allem von Anfang an den gleichen Lohn erhalten? Das Mentoring ist ein probates Mittel, um sich die Unterstützung erfahrener Personen zunutze zu machen. Einige berufliche Networks von Frauen bieten solche Programme an. 2500 Frauen in der ganzen Schweiz sind Mitglied des BPW, der auf diesem Gebiet derzeit führend ist. Mehr

Was ist Mentoring?
Ein schriftlicher Vertrag zwischen zwei Personen, der zeitlich begrenzt ist (im Allgemeinen auf 1 Jahr). Die Mentee ist eine Person, die eine berufliche Karriere anstrebt und sich dabei von einer in ihrem Zielbereich erfahrenen Person leiten lassen möchte. Die Mentorin oder der Mentor ist eine bereits erfahrene Person, die bereit ist, sie in ihrem beruflichen oder politischen Fortkommen zu unterstützen, sie lässt die Mentee an ihrer Lebenserfahrung teilhaben, hört ihr zu, berät sie und führt sie in ihre Networks ein. Als Gegenleistung befolgt die Mentee die ihr erteilten Ratschläge, unternimmt Schritte zwischen zwei Beratungen und stellt ihren Willen, Fortschritte zu machen, unter Beweis. Das Mentoring ist das Begleiten einer Person, was einen beträchtlichen Aufwand an Zeit für die Mentorin und an Arbeit für die Mentee bedeutet, wenn das Projekt erfolgreich sein soll. Mehr

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Ergebnisse der Umfrage

Wie wir anlässlich der Lancierung unserer Umfrage zur Zufriedenheit im Monat Februar angekündigt hatten, bringen wir jetzt eine kurze Zusammenfassung der wichtigsten Punkte.

Wir danken allen Personen, die unsere Umfrage beantwortet haben, die Projektgruppe wird die Bemerkungen und Anregungen bei der weiteren Instandhaltung der Website berücksichtigen, um besser den Anforderungen eines anspruchsvollen Publikums gerecht zu werden. Ergebnisse

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